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Doris Rüdisser, Fuchsgesicht, 2010.
Der Tagelöhner Peter Paul Adametz hatte in Schwarzenberg den Bauern Michael Mätzler ermordet, angestiftet von zwei Frauen. Alle drei werden zum Tod verurteilt.Die Zeitungsberichte und Gerichtsakten strotzen vor Kälte, Voreingenommenheit, Ungerechtigkeit gegenüber den drei Verurteilten, sagt Doris Rüdisser. Sie erzählt die Geschichte neu – und aus der Perspektive der Mutter von Peter Paul Adametz.Diese Mutter ist als ganz junges Mädchen dem ungarischen Karrenzieher Adametz gefolgt. Der gemeinsame Sohn erweist sich bald als schwieriges Kind, ein Außenseiter, der sein Gesicht mit einer Fuchsmaske bedeckt, um den das Nachtvolk kreist, das ihn durch die Wälder treibt.Doris Rüdisser findet für diesen Borderliner authentische, starke Bilder aus der regionalen Kultur. Wie geht eine Mutter mit einem so leicht zerstörbaren Sohn um? Sie folgt ihm auf Schritt und Tritt. So sieht sie ihn auch in Schwarzenberg an einer Trauung teilnehmen. Die Braut hat ihrer Schwester Ann-Kathrin den Geliebten ausgespannt, und das soll sie büßen. Peter Paul soll den Mann erschlagen, und wenn er nur wieder in seinen Wahn verfällt, wenn ihm dazu Liebesdienste angeboten werden und ordentlich Wein eingeflößt wird, dann tut er es vielleicht.